Patmos (fragmento)


Nah ist
Und schwer zu fassen der Gott.
Wo aber Gefahr ist, wächst
Das Rettende auch.


Friedrich Hölderlin



jueves, 18 de octubre de 2012

Reseña de G. Heidl sobre Ute Guzzoni: Nichts: Bilder und Beispiele. (Nada: Imágenes y ejemplos).



Widerspruch Nr. 36 Perspektiven postnationaler  Demokratie  (2001), S. 127-127 
Autorin: Gabriele Heidl  Rezension   

(Widerspruch Nr. 36  Perspectivas de democracia post-nacional (2001), pp. 127.
Autora: Gabriele Heidl  Recensión)    


  



Ute Guzzoni

Nichts: Bilder und Beispiele. (Nada: Imágenes y ejemplos).
Düsseldorf, 1999 (Parerga), 112 pp.

Das Nichts, das in unserem Kulturkreis im allgemeinen negativ konnotiert ist, wird von Ute Guzzoni thematisiert. Dabei handelt es sich weniger um eine the-oretische Auseinandersetzung, als um eine essayistische Annäherung an das, was wir unter dem Nichts verstehen und was in anderen Kulturen unter dem Nichts verstanden wird.
Es ist ein gänzlich un-modisches Buch, das unserer Vorstellung über das Nichts zu Leibe rückt und über sie hinausgeht. Ein Gewebe des Nichts wird in dem Buch entfaltet. Wie Perlen an einer Kette nimmt die Autorin einzelne Textstellen auf von Saint-Exupery, Celan, Nietzsche, Heidegger, japanische Haikus, Gedichte von Hölderlin, Rilke, Benn u. a. sowie Bilder von japanischen Lackarbeiten, um zu zeigen, was es mit dem Nichts auf sich hat. Aspekte des Nichts sind das Schweigen, die Unsichtbarkeit, die Abwesenheit, Augenblicke im nichthaften Raum, der Raum zwischen Himmel und Erde und schlußend-lich das Altwerden und der Tod. Die Gedanken sind vor allem vom Spätwerk Heideggers inspiriert und begleitet. Selbst für den philosophisch geschulten Le-ser tun sich neue, andersartige Betrachtungsweisen auf. Behutsam werden ein ums andere Mal die Momente der Nichtshaftigkeit, des Unsichtbaren und Un-hörbaren offen gelegt. Eine ungewohnte Langsamkeit, Diffizilität des Denkens und Schauens stellt sich beim Lesen ein. Eine Aura des Einsamen, der Verein-zelung weht aus den Zeilen, so als führe ein entrücktes Nichts selbst die Feder. Zwischen den einzelnen Perlen des Nichts wird ein sehr dünnes, subtiles Netz geflochten. Wie Herbstblätter vom Baum fallen hier die verschiedenen Gedich-te, Textstellen und Bilder aus ihrem üblichen Zusammenhang heraus. Der Heidl: Guzzoni.

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